Ganz spontan....
Eine ganz spontane Tour in die Alpen, ich sollte doch dieses Jahr noch die Silvretta-Höhenstraße fahren :-))


Freitag morgen: ich sitze vorm PC und warte auf darauf, dass es 12 Uhr wird und damit Wochenende. Da piepst mein Handy – SMS von Hubert – Lust am Wochenende eine Tour zu fahren?

Klar habe ich Lust dazu...

Nun wird in Windeseile abgeklärt wo wir uns treffen. Da Hubert erfährt, dass Albrecht heute operiert wird treffen wir uns nicht auf dem Weg nach Murnau, sondern an der letzten Raststätte auf der A7.

Endlich ist es Mittag, ich muss nun noch schnell ein paar Sachen in den Tankrucksack packen, Geld abheben, und los geht’s...

Die Strecke bin ich in diesem Jahr schon öfter gefahren, trotzdem schaff ich es diesmal zu früh die Autobahn zu wechseln und fahre über die A6. Aber ich habe Glück, komme recht gut durch und kann dann über die A7 recht frei fahren. Hubert wollte eine Stunde nach mir aufbrechen, wurde im letzten Moment noch aufgehalten, und so bin ich mal einmal vor ihm am Treffpunkt.

Irgendwann zwischen 4 und 5 geht es nun in die Berge. Zunächst mal zum Oberjoch, danach dann durchs Thannheimertal zum Gaichtpass. Beide fahre ich zum ersten Mal, und ich denke zumindest das Oberjoch auch zum letzten Mal, es ist blöde hinter Dosen, die mit 20 den Berg hoch kriechen her zu zuckeln. Überholen ist von unten bis oben durchgehend verboten, und hier auch meist nicht möglich.... Übers Hahntenjoch geht es weiter nach Imst, langsam wird es Zeit nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu schauen, die wir im nächsten Ort, Mils, auch finden.

Am nächsten Morgen ist es trübe, es nieselt und der Himmel ist wolkenverhangen.

ein paar Unerschrockene gibt es noch...

Wir fahren los in der Hoffnung, dass es schon besser wird, und es wird besser :-))

Bei Sonne kann jeder...

Es geht nun über den Arlbergpass,

Wolkenverhangen aber dafür leer...

den Flexenpass, Hochtannbergpass,

Idylle am Hochtannberg

das Faschinajoch bis kurz vor die Passhöhe und dann das Furkajoch, zur Silvretta-Höhenstraße.

Silvrettapanorama

Auch die ist neu für mich, aber irgendwie nix besonderes.

Es macht Spaß, das schon, aber ich kenne mitlerweile interessantere Strecken. Weiter geht es über die Bieler Höhe und dann wird erst mal überlegt wie wir nun weiter fahren wollen.

Den Reschen mag ich nicht so sehr, also beschließen wir zwar in Richtung Reschen zu fahren, aber kurz vorher biegen wir ab in die Schweiz. In einem kurvigen Tal fahren wir auf Zernez und St Moritz zu. Es ist schön zu fahren und kurvig genug um ohne Dauerzwist mit der Geschwindigkeitsbegrenzung vorwärts zu kommen. Bei Zernez geht es links weiter zum Ofenpass. Irgendwo am Ofenpass steht links auf einer freien Fläche ein Rettungshubschrauber. Wenige hundert Meter später ist die Straße gesperrt. Da es nach einem längeren Aufenthalt aussieht, stellen wir die Moppeds ab und gehen die paar Schritte zum Stauanfang. Auf der Brücke vor uns erfolgt gerade die Erstversorgung eines Verletzten. Kurze Zeit später erscheint der Heli, landet auf der Brücke und holt den Verletzten ab. Mit Kloß im Hals fahren wir weiter. Kurz hinter der Brücke passieren wir die Unfallstelle. Das Mopped ist kaum noch als solches zu erkennen. Völlig zerschreddert und der Kloß im Hals wird noch dicker...

Wir wollen über den Umbrail und das Stilfserjoch weiter. Aber es fängt an zu nieseln und ist bereits nach 18:00 Uhr. Ich bin dafür eine Unterkunft zu suchen, denn gerade das Stilfserjoch möchte ich ungern in der Dämmerung fahren müssen. In Tschierv haben wir Glück, es gibt nicht nur Zimmer mit 10 % Rabatt, da September ist, sondern auch was leckeres zu essen in der Pizzeria. Jeder stellt sich dort seine Pizza selbst zusammen, ungewöhnlich, aber gut :-)) und die Pizza ist auch noch riesig, für mich zu riesig...

Am nächsten Morgen ist es zwar diesig, aber die Sonne scheint...

Schotterautobahn....

Auf geht’s zum Umbrail, diesmal macht er mir richtig Spaß,

... aber Spaß macht es

dann den Rest des Stilfserjochs hoch und wieder runter. Immer noch und wieder eine Herausforderung für mich.

Hinter, über oder in der Wolke ist das Stilserjoch

Ich kann nur sagen, ich schaffe es ohne andere zu blockieren.... Bis das ich hier mit Freude fahre, werde ich es wohl noch etliche Male bewältigen müssen, aber irgendwann kann ich es :-))

Hubert meinte: Heute muß Deppentreffen am Stilfserjoch sein. An jeder dritten Kehre ist ein Idiot... Kehren werden links gefahren, Kehren werden so langsam gefahren, daß das Mopped nach innen kippt, einer fährt eine Innenkehre aussen. Daß jemand entgegen kommt animiert ihn zwar große Augen zu kriegen, nicht jedoch zur Rückkehr auf seine Fahrspur oder gar zum Stehenbleiben. Die einzige Möglichkeit zur Crashvermeidung ist die kurzzeitige Einführung des Linksverkehrs.

Weiter geht es nach Meran um dann zum Timmelsjoch zu fahren. Das macht Spaß, es ist längst nicht so anstrengend wie das Stilfserjoch, hier kann ich auch mal ein wenig von der Landschaft sehen. Der Erfolg ist, das Hubert eine ganze Zigarettenlänge herausfährt :-)).

Hoch zum Timmelsjoch

Oben kaufen wir bei dem Wagen ein Mibringsel für Albrecht und ein wenig Proviant für uns.

Vom Timmelsjoch geht es zur Autobahn um kurz drauf selbige wieder zu verlassen und über Garmisch auf der B2 nach Murnau zu fahren.

Unterwegs geraten wir noch in eine Demonstation, gegen den Verkehr. Die Demo sorgt dafür, dass alle so richtig in den Ort rein müssen, die Polizei hält den Verkehr noch zusätzlich auf... aber auch das ist irgendwann überstanden und wir können weiter, aber nur um wenige Kilometer weiter festzustellen, das wir hier nicht weiterdürfen. LKW’s und Moppeds müssen einen Umweg fahren – was bitte haben LKW’s mit Moppeds gemein?

Als wir endlich in Murnau ankommen ist es schon nach 17:00 Uhr. Albrecht geht es relativ gut, wir unterhalten uns einige Zeit mit ihm und seiner Frau, und sind froh ihn doch schon einigermaßen munter vor zu finden.

So gegen 19:00 Uhr wird es dann Zeit für uns den Heimweg anzutreten. Abmarsch auf die A95, die Durchfahrt von München erfolgt problemlos und schon sind wir auf der A9. Zweimal ist noch Pause zum Tanken der Moppeds bzw. zum Auftanken von uns selber angesagt. Zum Schluss noch ein paar Kilometer Landstraße, wobei wir durch die ersten Nebelschwaden müssen. Dann, so gegen kurz nach Mitternacht ist es geschafft. Wir sind, nach 1467 Km, daheim.