Wally
Die Fazer soll zum Schwarzen Meer....
4. Rumänien - und nix wie weg....

Ja ja, nicht alles was man möchte sollte man auch machen :-))


Doch leider ließ der mittlerweile arg zu wünschen. In Ausnahmefällen ging es mal mit 80 km/h der Normalfall war aber irgendwo zwischen 40 und 60 km/h. Es war teilweise ein Slalom um die schlimmsten Schlaglöcher (tiefe bis zu 15 cm) drum herum.

einer der besseren Streckenteile :-(

Es gab auch bessere, neue Straßenabschnitte, bei denen es dann wohl an der Koordination der Bautrupps gemangelt hatte, anders kann ich zumindest die Stufen (4 cm) zwischendrin nicht erklären. Das angenehmste waren doch durchgängig schlechter Straßenbelag, da wusste ich zumindest wie ich dranne bin. Schräglage? Tendiert zu Null. Welcher Moppedfahrer mag schon irgendwelche Dellen oder Löcher in Schräglage? Ich zumindest mag sie nicht. Nun denn, während der ersten 100 km dachte ich mir halt, da musst Du durch... während der nächsten 100 wurde es nervig und anstrengend. Dann tauchten das erste Schild auf, dass Schneeketten benötigt werden. Pöh – sicher noch vom Winter übrig geblieben – weiter...

die Berge sind weiß behütet :-))

Dann sah ich in der Ferne die Berge auf die ich geradewegs zufuhr. Hübsch anzusehen mit ihren weißen Schneekappen. Dann kam das nächste Schneekettenschild....

Schneeketten hab ich keine dabei

Ist das nu wirklich übriggeblieben, oder ist das jetzt gültig?

Ich geriet ein wenig ins grübeln, und dann kam ein schöner großer Parkplatz.....

Erst mal anhalten und in Ruhe drüber nachdenken wie es nu weiter geht.....

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ungefähr 500 km bis zum Schwarzen Meer und keine direkte Aussicht auf bessere Straßenverhältnisse. Dazu kamen meine Bedenken evtl. doch noch im Schnee zu landen, oder mir an der Fazer durch die ganze Rüttelei so nach und nach alle Schrauben zu lösen ... und der Platz auf dem ich stand war wirklich wie für mich gemacht zum wenden....

Ich wendete und führ erst mal zurück Richtung Deva. Nach ca. 50 km kurz vor Hateg stieß ich auf ein Motel. Ich wollte es mir noch mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, ob ich nicht doch weiter Richtung Meer fahren sollte, oder tatsächlich den „Kampf“ abgab. Also anhalten und fragen. Die junge Frau schüttelte nur mit dem Kopf, sie könne kein Englisch und kein Französisch und Zimmer gäbe es auch nicht. Ich wies auf das Schild Motel – Non Stop hin. Da mischte sich dann die ältere Frau (die Mutter?) ein. Und plötzlich konnte mir Madam in sauberstem Englisch erklären ich bekäme ein Zimmer, aber es koste eine Million Lei und ich müsse es um 7 Uhr morgens räumen. Ok, mir war es gleich, Hauptsache die Schüttellei hatte ein Ende für heute. Da hatte ich auch noch nicht realisiert, dass hier die Uhren anders gehen, wenn es dort 7 Uhr ist, so ist es bei uns 6 Uhr. Eine unchristliche Zeit um im Urlaub aufzustehen. Doch zunächst einmal sollte es ein gutes Abendessen geben, dass erste mal, dass ich Hähnchenbrust plattgeklopft zu Schnitzeln gegessen habe :-))

Es wurde Abend, und ich zog mich zum Schlafen zurück. Eine Stunde später wurde ich von lauter Musik geweckt, nicht unbedingt etwas außergewöhnliches, schließlich war es gerade mal 10 Uhr. Die Musik war eine Mischung aus HipHop und arabischem Singsang, nicht gerade das was ich mag. Gegen Mitternacht nervte es dann schon, zumal es im Fernsehen nun auch nur noch die Wiederholung irgendeines Fußballspiels gab. Gegen 3 Uhr war endlich Ruhe, als ich dann 3 Stunden später das Zimmer zu räumen hatte stellte ich fest, dass auch hier kein warmes Wasser zu erhalten war....

Donnerstag, den 14.04.05

Ich hatte die Nase einfach nur noch gestrichen voll und keine Lust hier auch nur noch eine einzige Lei für ein Frühstück zu lassen, und so setzte ich mich Kommentarlos auf meine Fazer und fuhr los. Dieses Mal ging es Richtung Arad, ich wollte nun quer durch Ungarn über Österreich nach Italien. Ab Deva war diese Straße bedeutend besser, dafür auch die Streckenführung entlag eines Flusses bedeutend langweiliger.

besser, aber auch viieel gerader...

Ich fand unterwegs noch eine nette Raststätte, an der ich frühstücken konnte und Zigaretten (Marlboro) für einen Euro pro Schachtel kaufen konnte. Außerdem sah ich hier auch den einzigen anderen Motorradfahrer, und der hatte sogar ein rumänisches Kennzeichen.

Bedingt durch die frühe Abfahrt war ich bereits gegen halb Elf an der Grenze. Die Rumänen kontrollierten nun meine Motorradpapiere und wollten wissen, ob ich auch weder Waffen noch Heroin ausführen würde. Auf meine Verneinung hin fragte mich die Zöllnerin dann was ich denn überhaupt in Rumänien gewollt hätte *grins*

Meine Erklärung, ich hätte es mir halt gerne mal angesehen nahm sie mit Kopfschütteln und Schulterzucken zur Kenntnis. Die Ungarn wiederum wunderten sich, dass ich nur die eine erlaubte Stange Zigaretten im Tankrucksack hatte *smile* Diesmal gab es glücklicherweise auch eine Wechselstube, an der ich nun meine übrigen Lei in Forint umtauschte. Der Wechselkurs hatte sich seit meiner Einreise doch gewaltig geändert. Hatte ich bei der Einreise für 10 Euro 350.000 Lei erhalten, so erhielt ich nun für 350.000 Lei ca 1.250 Forint, für die ich nur ca. 6 Euro hätte bezahlen müssen.


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