Wally
Wenn Eine eine Reise tut...... Teil 7 von 8
.......dann kommt sie auch ans schwitzen und darf dann schwimmen.
Mit dem Mopped durch die Pyrenäen, und wenn die beendet sind sind halt die Cevennen dran...




Tag 9 - Samstag, den 2. August 2003 - 305 km - 3850 km gesamt

Was macht man in der heißesten Stadt Südfrankreichs?
Schwitzen...
Schwitzen beim Essen, beim Trinken, schwitzen beim ins Bett gehen, beim Schlafen und schwitzen beim Aufstehen...
Also verzichtete ich auf einen heißen Milchkaffee und fuhr direkt weiter...
Desweiteren verzichtete ich auch heute erst einmal darauf die Kamera raus zu holen, entweder fahren, wegen des Fahrtwindes, oder aber halten, Jacke aus, und WASSER.....
Ich hatte die vermessene Idee an einem Wochenende im August direkt an der Mittelmeerküste Frankreichs ein Zimmer zu bekommen.
Also fuhr ich die Küste entlang zunächst einmal nach Ste Marie la Mer wo ich mir endlich auf dem Markt eine Jeans zum Fahren besorgte und die Gore-Tex-Hose in den Packsack verbannte. Dann ging es weiter entlang der Küste durch Beziere mit Ziel Valras-Plage. Jedoch in Beziere an einem Kreisel machte es dann zunächst einmal bums....
Da hatte mein Abstand zum vorfahrenden Auto nicht mehr ganz gereicht. Nachdem ich leicht seine Stoßstange touchierte fiel die Fazer einfach um...
Zum Glück war nichts Notwendiges in Mitleidenschaft gezogen. Ohne die Spitze des Kupplungshebels fährt es sich genauso gut oder schlecht? Der Spiegel ließ sich wieder gerade biegen und an dem Auto war glücklicherweise gar nichts zu sehen. Noch dazu machten sich die Insassen, ein junges französisches Pärchen weit mehr Gedanken um mein Motorrad als um das eigene Auto, man fragte mich sogar ob ich nun die Versicherungsdaten von Ihnen haben wollte - dabei war das ja nun wohl einwandfrei mein Fehler gewesen :-(
Ich bedankte mich für ihre freundliche Hilfe und fuhr weiter. Valras-Plage erreichte ich so gegen Mittag, natürlich waren alle Hotels belegt, und so beschloss ich es bei einem ausgiebigen Mittagessen zu belassen und mich dann aufzumachen ins Landesinnere.
Die Cevennen lockten mich. Immerhin ist es dort bergig und waldig und es gibt Schluchten mit Flüssen darin.


Es war eine schöne Gegend.




gibt auch wieder mehr Pflanzen..




noch mehr..




und noch mehr.


Eigentlich wollte ich nur nach Ganges um dort zu übernachten, aber ich beschloss dann doch links abzubiegen um durch eine der Schluchten zu fahren, und prompt verfuhr ich mich mal wieder. Dabei stieß ich dann mitten im Niemandsland auf einen niegelnagelneuen Kreisel. Wozu nur bauen die Franosen überall Kreisel hin?


Weit und breit nix zu sehen....




....und dann geht die alte Straße gerad so weiter, nur der Kreisel, der ist neu.


Das wurde durch meine Suche nach einer Unterkunft auch nicht gerade vereinfacht, denn hierbei machte sich mal wieder mein altes Problem mit dem Wenden bemerkbar. Ich folgte einem Schild Auberge nach rechts und geriet dabei auf einen doch recht schmalen Weg, auf dem es für mich unmöglich war zu wenden, also weiter darauf bleiben, obwohl die Auberge belegt war. Auch die nächste Auberge, die mich mit einem Schild auf einen noch schmaleren Weg nach rechts gelockt hatte, hatte kein Zimmer mehr frei. Und so landete ich zu guter Letzt in Aveze, in der Nähe von Le Vigal um dort auf die Auberge Cocagne zu stoßen. Dort hatte man nicht nur ein Zimmer für mich


Blick aus dem Fenster.


sondern auch noch ein herrliches Essen in einem kühlen Garten.


selbst die Fazer darf in den Garten rein :-))


Tag 10 - Sonntag, den 03. August 2003 - 338 km - 4188 km gesamt

In der Nacht hatte es wunderbar abgekühlt, so dass ich mich morgens frohen Mutes aufmachte noch über ein zwei Pässe zu fahren. Es ließ sich auch alles ganz herrlich an, bis sich der Straßenzustand doch sehr zu meinem Nachteil änderte. Hier war die Passstraße frisch mit Splitt eingestreut, an manchen Stellen lag das Zeug bis zu 5 cm hoch.


da wo es hell ist, liegt er höher *gg*








ist schon was besonderes...




und so schön grob :-))


Kein schöner Anblick für jemanden der mit dem Mopped noch ein paar Schräglagen fahren möchte bevor es auf die lange Gerade gen Avignon geht. So fuhr ich denn im Zuckeltempo über die nächsten zwei Pässe, der nächste Col war dann wieder richtig schön,






auch wenn der Berg hier sehr bröselig ist..


und die N106 von Florac nach Ales ist ja dann auch gar nicht soo kerzengerade :-))




Von Ales ging es dann schon wieder durch brütende Hitze nach Avignon.


Fast kein Wasser....




.....außer man sucht es.








ist das Pampasgras?


Hubert war zwischenzeitlich in Deutschland gestartet und hatte gleich auf den ersten 200 km die Sohle seines Stiefels verloren. Ich hoffte darauf irgendwo trotz des Sonntags ein geöffnetes Geschäft zu finden in dem ich Klebstoff kaufen konnte, doch nix war's. Direkt nach Avignon rein wollte und musste ich nicht, die Stadt samt Brücke hatte ich bereits vor Jahren besucht, und so entschied ich mich dafür sie nur im äußersten Süden zu streifen. Und hier fand ich heraus wozu die Kreisel dienlich sind...


...damit die Französischen Biker auch ne Schräglage bekommen *gfg*


Westlich von Avignon fuhr ich dann auf die A7, aber nur um sie an der nächsten Abfahrt (Canillon) wieder zu verlassen. Ich wollte ein Hotel suchen, dass von der Autobahn bequem erreichbar ist suchen. Schließlich macht es nach weit über 1000 Kilometern keinen Spaß auch noch stundenlang in einer fremden Stadt nach einem ganz bestimmten Hotel zu suchen. An der Péage machte mich dann die Kassiererin auf ein Ibis-Hotel aufmerksam. Also hin, Zimmer gebucht und dann im Garten im und am Pool relaxt....
Gegen halb sieben erreichte mich eine SMS, dass er soeben Lyon passiert hatte. Meiner Schätzung nach würde er also so gegen 22:00 Uhr hier eintrudeln, so dass ich mich um halb acht ganz vergnügt zum Essen setzte. Dabei machten mir mal wieder meine Französischkenntnisse einen Strich durch die Rechnung. Die Vorspeise war genau das was ich erwartet hatte und schmeckte auch genauso vorzüglich. Jedoch das Hauptgericht... Ich war der Meinung ein gegrilltes Beefsteak bestellt zu haben, erhielt aber rohes Tatar....
Doch Hubert rettete mich, er traf früher ein als erwartet und so fand er dann einen bereits gedeckten Tisch vor. Den Fromage der Provence teilten wir uns, aber beim Dessert bestand ich auf darauf sie zweimal zu erhalten. Ein Crème brullée teilt man einfach nicht :-))

Bilder vom 1. bis 3. Tag gibt es hier zu sehen.

Bilder vom 3. bis 6. Tag gibt es hier zu sehen.

Bilder vom 6. und 7. Tag gibt es hier zu sehen.

Bilder vom 7. bis 11. Tag gibt es hier zu sehen.