Wally
Wenn Eine eine Reise tut...... Teil 2 von 8
.......dann sieht sie auch mal Schluchten
Mit dem Mopped durch die Pyrenäen...
erst mal in die östlichsten Ausläufer - das Languedoc..
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Tag 3 - Sonntag, den 27. Juli 2003 - 368 km - 1654 km gesamt
Zum Frühstück geht es noch mal nach Carcassonne. Ich will von dem Ort noch Fotos machen, denn bei der frustrierenden Hotelsuche gestern habe ich daran gar nicht gedacht.
 Wie auf ner Postkarte liegt die Stadt da im Morgenlicht... |
Los geht's, und wer früh fährt ist auch früh da, dafür werde ich belohnt, nicht nur, dass ich genau die Bilder machen kann, die ich machen wollte, ich finde auch eine Bäckerei, in der ich ein leckeres Schokocroissant bei Café au Lait verzehre.
 Die Stadt von oben.... |
Heute will ich es mal ein wenig gemütlich angehen lassen, schließlich bin ich im Urlaub und nicht auf der Flucht. Ein wenig durchs Languedoc, durch eine Landschaft die verzaubert. Rebenfelder vor einem bergigen Hintergrund. Massen an Oleanderbüschen am Straßenrand. Kleine Bäche die diese Gegend fruchtbar halten, trotz der anhaltenden Trockenheit, die man in höheren Lagen doch schon spürt. Die eine oder andere Pflanze die ich sehe ist mir vollkommen unbekannt
 Die Landschaft.... |
 mit Büschen von Oleander... |
 und deren Blüten. |
 noch mehr Landschaft :-)) |
 versteckte Bäche... |
 Eine Pflanze, was immer das auch sein mag.... |
 und die gleiche noch mal im Detail. |
Irgendwo auf dieser Strecke war auch der Col d' Extreme, den muss man einfach selber fahren. Es gibt kein Bild von der Passstraße, nur zum Beweis, dass ich diesen Pass wirklich geschafft habe, kann man sich hier sein Namensschild ansehen.
Aber ein wenig Kultur soll heute auch dabei sein :-))
Also, erst mal Richtung Trebérs und da über Nebenstraßen zum Chateau de Querybus, eine der bekanten Katharerburgen, die noch sehr gut erhalten ist. Uneinnehmbar liegt sie oben auf dem Berg und ist schon von weitem sichtbar. Die Straße schraubt sich nach oben, um auf dem letzen Stück mit einer Steigerung von 14% aufzuwarten. Ich lande auf einem großen Parkplatz
 Von hier aus kann man auch noch hochlaufen... |
 oder einfach das Teleobjektiv benutzen :-)) |
Zum Laufen ist es mir zu warm, und so fahre ich weiter zur Galamussschlucht. Hier ist es kühler, das Wasser hat sich im Laufe der Zeit eine tiefe Schlucht durch den Kalkstein gegraben, und die Straße macht jede Biegung des Flusses mit, so wird das Fahren zur reinen Freude, Kurven, Kühle, und nur wenige Autos, die einen vorbeilassen so bald es nur irgend möglich ist.
Es ist schon ein phänomenales Gefühl so tief unten zu fahren. Über den Col de St.-Louis fahre ich dann nach Quillan, wo ich erst mal tanke. Zwar hab ich gerade mal 200 km hinter mir, aber ich weiß nicht wo ich die nächste geöffnete Tankstelle finde. Nun geht es auf der D117 zurück Richtung Axat. Bei George de la Pierre-Lys soll ein Pfarrer vor vielen Jahren die Straße eigenhändig aus dem Stein geschlagen haben. So breit wie sie heute ist müssen aber seitdem seine Pfarrkinder und deren nachfolgende Generationen auch noch kräftig mitgeholfen haben. Bei Axat dann links weg durch die Aude Schlucht. An manchen Stellen hat man hier das Gefühl so richtig in den Felsen hinein zu fahren. Die Schlucht ist so schmal, dass man die Straße wirklich in den Felsen gebaut hat.
 Hier ist die Straße teilweise wirklich im Felsen. |
Und dann finde ich mich nicht mehr zurecht mit soviel Wegweisern wie ich sie vorfinde. Irgendwo muss ich falsch abgebogen sein und habe die Schlucht frühzeitig verlassen, es geht aufwärts und immer weiter aufwärts.
 hoch und höher.... |
Ich fahre über irgend einen Col, von dem ich nur noch weiß. Dass er 1883 Meter hoch war, aber sein Name ist nicht haften geblieben.
Bei Puyvalador komme ich dann zurück auf die geplante Straße. Am Himmel ist es zwischenzeitlich recht grau geworden und es donnert auch schon bedrohlich, aber die Aussicht von oben ist atemberaubend....
Wegen des zu erwartenden Regens werde ich mit Sicherheit nicht anhalten, ich kann ja auch schlecht hier mitten in der Pampas stehen bleiben :-))
Zunächst regnet es auch gar nicht, nur die Straße, die ist mit einmal nass, und beginnt derart zu Dampfen, dass dieser Nebel die Sicht fast unmöglich macht. Vor allem den Autofahrern scheint es unmöglich zu sein ein halbwegs vernünftiges Tempo zu halten, also Blinker und dran vorbei. Doch was ist denn nu los? Beim Einscheren fängt die Fuhre zu wackeln an als ob ich auf Schmierseife tanzen würde.
Puh, noch mal gut gegangen - die Fazer fängt sich und erst mal lass ich das Überholen sein...
Doch wenige Kilometer später ist die Straße wieder trocken so dass ich mit Volldampf über Fort Romeu nach Caldegues fahren kann. Es ist viel früher als gedacht, gerade mal 15:00 Uhr, also überlege ich mir noch einen Abstecher nach Andorra zu machen. Die Fahrt dahin erinnert an den Reschenpass, gut ausgebaut und genauso voll, allerdings viel weniger Motorräder, dafür viel mehr Autos. Irgendwo erwische ich den falschen Weg, statt über den Pass fahre ich durch den Tunnel, bei den tief hängenden Wolken vielleicht nicht mal das Schlechteste...
Und dann bin ich da - in Andorra - es ist kühl hier oben.
Ich schau mich ein wenig in diesem Einkaufsparadies um
 (soweit das bei den vorherrschenden Wolken möglich ist). |
 beim nächsten Besuch soll es hier bedeutend wärmer sein :-)) |
und dann dreh ich um und fahre eine etwas andere Strecke zurück, diesmal ohne Tunnel, aber auch ohne Pass geht es ständig bergab. Nun geht es Richtung Foix, immerhin begegnen mir auch ein paar Moppeds, warum die hier aber recht langsam unterwegs sind verstehe ich nicht. Man hat fast das Gefühl Schräglage wäre was verpöntes. Obwohl ich nu wirklich keine Raserin bin überhole ich so manche von ihnen, die Kurven machen bei dieser ausgebauten Straße doch erst ab einem gewissen Tempo Spaß....
Bei Sinsat sehe ich dann ein ansprechendes Hotel, halte, frage, und habe ein Bett. Es ist gerade mal halb sechs, relativ früh für Feierabend, aber was soll's, für heute reicht es. Zwar ist der Asphalt hier so was von geeignet zum Kurvenfahren, aber zu meinem Kummer liegt doch weiter unten sehr oft Split in der Kurve, und das finde ich dann wieder der Schräglage etwas abträglich...
Wer das "Besondere" mag, wird hier sicherlich auch gerne übernachten, denn als Besonderheit würde ich es schon bezeichnen, wenn ich mir den Schlüssel für die Dusche (kostet € 1, 80 :-)) )im Restaurante holen muss.
Ansonsten hat mich sicherlich mein Geschmacks-Instinkt hierher geführt. Wer hier mal in der Nähe ist sollte sich ein Essen nicht entgehen lassen, der Wirt kocht phantastisch, inklusive der zum Abschluss von mir genossenen Schokomousse.
Bilder vom 1. bis 3. Tag gibt es hier zu sehen.