Hubert
Das erste Mal... (Teil 1)
Das erste Mal in einer Gruppe, das erste Mal gesehen was eine BMW mitmacht und gestaunt über das Boot am Berg...


Wieder mal recht kurzfristig und in die Berge...

Heike hatte eine Tour geplant und die hatte schon fast begonnen. Und dann wurden im Forum Begehrlichkeiten geweckt. Im Forum wurde der Wetterbericht durchgegeben, Stunden gezählt...

Und Wallys Fazer war nach dem Crash immer noch in der Werkstatt. Aber die Begehrlichkeiten waren wach.

Ein Bild des Jammers...

Und dann hat Wally Heike kontaktiert. Wir hatten sie ja schon mal im Adler zufällig getroffen. Und Mittwochs begann die Hektik. Die Fazer war ja erst aus Frankreich angekommen, das Hinterrad war fest, Gabel verbogen, Auspuff bis ans Hinterrad gebogen und, und, ... und die Werkstattbesatzung fast null wegen Urlaub und Krankheit. Aber manchmal, wenn er bei Laune ist und die Lage dringlich, kann Ottmar zaubern.

Heike hat sich auf das Risiko eingelassen uns mit zu nehmen. Sie wußte ja nichts weiter über uns ausser daß wir wohl schon mal in den Alpen waren. So ging es für mich Freitag mittags los. So gegen 2 war ich an Chur vorbei und überlegte was ich nun mit dem angefangenen Nachmittag machen sollte. Für direkt zum Gasthaus war es zu früh und für eine lange Tour zu spät. So richtig anstrengend wollte ich es eigentlich auch nicht machen. Also Chur-Süd ab in die Berge. Erst Lenzerheide und dann auf einen meiner Lieblingspässe: den Albula,

Auf dem Weg zum Albula

immer wieder schön zu fahren. (Inzwischen war Wally auch unterwegs, die Fazer lief also wieder) Nach dem Albula über St Moritz an den Seen entlang nach Maloja. Die erlaubten 80 sind schon nervig. Aber antizyklisches Fahren ist angesagt. Dort langsam wo die anderen schnell sind und dort schnell wo die anderen langsam sind. Das spart Nerven und Knöllchen. Und ist meistens am Ende schneller. :-)

Von den Seen dann die 15 Meter hoch zur Malojapaßhöhe. Und nach dem Tanken wieder runter. Runter sind es ein paar Meter mehr. Kurven und Kehren gibt es auch mehr. Freitag ist immer ein guter Tag für die Massenstrecken. Samstag und Sonntag ist hier Rushhour. In Chiavenna geht es rechts ab zum Splügen. Hoffentlich ist er heute frei. Das letzte Mal mußte ich über die LKW-Strecke fahren, auch nett aber... Nun heute ist frei und so geht es durch Kehren in Galerien und Kurven in einspurigen Tunnels nach oben. Das Abenteuer ist leider nicht lange. Oben wieder der Wechsel in die Schweiz. Die Schweizerseite sieht zwar spektakulär aus ist aber auf weite Strecken eigentlich langweilig. Kehre - lange Gerade - Kehre - lange Gerade - Kehre - lange Gerade... Geil für Leute die Können durch Leistung (aber nicht die eigene, sondern des Motors) ausgleichen. Da ist der folgende San Bernardino interessanter. Auf dem Weg dorthin hab ich noch eine ungewöhnliche Begenung mit der Schweizer Polizei. Die 'Schnellstraße' ist wieder mal gesperrt und der Verkehr wird umgeleitet. Vor mir kriecht ein Auto, dessen Fahrer dadurch stark verwirrt wird. Er ordnet sich rechts ein und ich links. Als wir gleichzeitig nach links fahren drängt er mich ein wenig ab. Also Gas und gerade noch Fullspeed auf der richtigen Seite der Verkehrsinsel vorbei. 40 km/h sind erlaubt, aber da ist das Auto ja schon schneller und direkt hinter der Kuppe mit der Verkehrsinsel steht die Polizei. Mit einem Grinsen von Ohr zu Ohr und Daumen nach oben. So schlimm sind sie also auch nicht :-))

Der Bernardino ist auch frei. Kaum Verkehr, ausnahmsweise auch kein Regen sondern wie überall Sonne.

Bernina runter

Auf der anderen Seite im Tal wird der Verkehr komplett auf die Schnellstraße geleitet wegen Anlaß. Was immer das heißen mag. Ich werde solche Schilder an dem Wochenende noch ein paar Mal sehen. Nach Chiavenna geht es in Richtung Lukmanier. Ich denke das ich mit der Zeit hinkomme. Allerdings ist die Anfahrt schon etwas länger als ich gedacht hab.

Endlich am Paß fahr ich an einigen Moppeds vorbei. Und auf einmal hab ich eines hinter mir. In den Kurven fährt er mit Abstand mit und aus der Kurve raus hängt er hinter mir. Ich will ihn vorbei lassen, aber nichts. Nächste Kurve wieder mit Abstand, dann schließt er wieder auf. Ich will ihn wieder vorbei lassen, weil mir Gerade hetzen keine so großen Lustgewinn verschafft und werde langsamer. Aber er winkt ich soll zu fahren. Allmählich dämmerts bei mir, er will hinter mir her fahren. Nun gut warum nicht. Jetzt fährt er auch auf den Geraden mit Abstand.

Lukmanierpass

An der Passhöhe überholt er doch, grüßt mich und dann krieg ich den zweiten erhobenen Daumen des Tages von einem Einheimischen :-). Runter fahren wir umgekehrt, er voraus. Er bringt mich ausgesprochen zügig und gleichzeitig vorsichtig nach unten. Unten in Dissentis/Mutier trennen wir uns wieder. Er fährt in eine Nebenstraße und ich zum Oberalppass. Inzwischen ist es doch schon später als ich gedacht hab. Über den Pass und unten bei der Zigarettenpause bekomme ich ne SMS von Wally, daß sie gerade oben am Oberalp ist. Sie wollte also auch erst mal ein paar Kurven sehen. :-)

Klausenpass

Nun ist nur noch der Klausen vor mir. Auch diesmal kann ich nichts besonders gefährliches entdecken, ausser der Ampel vor einer Baustelle. Die animiert mich durch gelbe Lichtsignale zum Beschleunigen. Zehn Meter hinter der Ampel schlitter ich dann durch den Schotter. :-)

An der Baumgrenze

Ein paar Minuten später bin ich am Adler und werde von Heike empfangen. Inzwischen ist es acht Uhr und entgegen meiner Erwartung bin ich noch lange nicht der letzte... Das ungewöhnliche Gespann fällt mir sofort auf. Aber da denk ich mir noch nichts dabei.

Erst mal was trinken. Eine halbe Stunde später kommt auch Wally. Aber es fehlen immer noch einige.

Das warum klärt dann ein Anruf, am Pragelpass ist ein Mopped 'abgestürzt'. Per Auto startet ein Hilfstrupp, aber bevor er zurückkommt bin ich im Bett. 800 km in 9 Stunden schlauchen, auch wenn sie Spass machen...

Und dann am nächsten Tag...