Abschied von den Alpen...

 Ich wollte so gerne noch eine Abschlusstour in die Alpen machen, doch dann kam der Schnee...

In der Schweiz waren ruckzuck bereits 10 Pässe gesperrt. Aber die Wettervorhersage ließ hoffen. Am WE darauf sollte der Schnee langsam wieder schmelzen. Also hab ich mit jeden Tag die Sperrungen angesehen, und siehe da, sie wurden Stück für Stück wieder aufgehoben.
Nun musste ich nur noch Hubert überreden :-))
Kälte mag er nun mal gar nicht....
In seinem neuesten Tool, der Tourenorganisation hab ich dann kurzer Hand einen Tourenvorschlag eingetragen, und ihn dazu eingeladen. Nachdem er dann (evtl. nur zu Testzwecken *gfg*) zugesagt hatte, hab ich ihn darauf festgenagelt *smile*

Am Sonntagmorgen sollte es losgehen. Es wurde dann zwar etwa eine Stunde später, aber dafür war es dann ja auch schon etwas wärmer :-))
Auf jeden Fall schien die Sonne bei unserer Abfahrt. Die Strecke war dieses mal ganz anders als üblich gewählt, da es mir in erster Linie um eine Sella-Runde ging fuhren wir nicht über die A7 gen Süden, sondern über die A9, das bedeutete zunächst mal einige Kilometer Landstraße, und die ist bei uns schon ein wenig kurvig, so dass bereits die ersten Kilometer Lust auf mehr machten.

Duch München ging es auch recht zügig durch, und einige Kilometer später, kurz vor Garmisch war dann die Autobahn zu Ende. Bald konnten wir bereits die überzuckerten Berge sehen. Es ist immer wieder ein grandioser Anblick. Einen Parkplatz für das passende Foto fanden wir leider erst viel später, aber was solls, wir waren ja wegen des Fahrens dort und nicht wegen des Fotografierens.


Mal mehr...




..mal weniger Puderzucker :-))


Geplant war über die alte Brennerstraße zu fahren, doch irgendwie landeten wir auf der Autobagn, die wir schleunigst an der ersten Abfahrt verließen, um dann eine wundervolle Strecke durch die Landschaft zur alten Straße zu fahren, dieses Verfahren habe ich absolut nicht bedauert.
In Italien angekommen wurde der Cappuchino leider gestrichen, da Hubert sich nicht damit abfinden wollte, dass man nun mal nicht mehr draußen sitzen kann :-)) Also ging es zügig weiter zum Panider Sattel.Und dann waren wir auch schon da, Der Sella lag vor uns. Ich hatte die Runde wohl anders herum als üblich geplant, (liegt wohl daran, dass ich doch noch unerfahren bin) also ging es direkt über den Sella, um dann mit dem Pordoijoch weiter zu machen. Huberts Reifen und der Sella scheinen sich aber nicht zu vertragen, sein Hinterreifen rutschte unangenehm,


Der Sella am Abend




Ein Schräglagenversuch :-))


glücklicherweise hatte ich keine derartigen Probleme, und konnte einfach drauf los fahren. Mittlerweile war es 18 Uhr geworden, die komplette Runde würden wir wohl nicht mehr bei hellem schaffen, und da wir unten am Pordoi sowieso gerade vor einem Hotel standen, blieben wir gerad da. Hier bekam ich dann auch endlich einen italienischen Cappuchino, der mir so gut schmeckte, dass ich gleich noch einen bestellte.

Am nächsten Morgen wollten wir nicht alzu früh los fahren, da waren doch Bedenken, dass es über Nacht frieren könne. So bin ich dann auch erst gegen acht Uhr aufgestanden, auch wenn der Wecker schon eine halbe Stunde vorher anfing Lärm zu machen, aber das war ja nicht meiner *grins*


Blick zum Sella am Morgen.


So gegen halb zehn war dann Abfahrt, Campolongo, Grödner und noch mal der Sella, Spaß hats gemacht, ausser uns fast kein Motorrad, die Straße war trocken und frei, und am Sella durften wir zum Abschied noch unsere Konkurrenz füttern....


Schwein gehabt...




Ziegen füttern....


Nun ging es weiter Richtung Westen über den Karerpass, und am Karer See vorbei. Den Nigerpass haben wir ausgelassen, und dafür die Schlucht zum Eisacktal durchfahren. Da diese Strecke zur Zeit nur Mittags und Abends befahren werden darf hatten wir sie fast für uns allein....

Auch die Durchfahrt von Bozen war schnell überstanden, und dann waren wir am Mendelpass. Die eingefrästen Längsrillen gefallen mir dort nicht so gut, aber Hubert konnte trotzdem diesmal nicht alzuviel Vorsprung heraus fahren.


Ein Blick aud die Südseite der Alpen


Überhaupt schien er, wohl durch seine leichte Erkältung, nicht so ganz auf der Höhe zu sein, denn am Tonale und später am Aprica hing ich meist direkt hinter ihm.

Dann kam der Bernina, waren wir bisher durch einen goldenen Oktober gefahren, so fing hier nun langsam der Winter an.


Der Bernina


Oben am Bernina war es kalt. Ich hab dort dann lieber meine dicken Winterhandschuhe angezogen und war im Folgenden auch recht froh darüber. Denn am nun folgenden Flüela ist es noch kälter.


Schnee am Flüela




aber der Parkplatz ist leer :-))


Überall Schnee, selbst der kleine See hier oben ist bereits zu gefroren. Hubert scheint sich mittlerweile wirklich Sorgen wegen der Haftung seines Reifens bei Kälte zu machen. Ich klebe förmlich ab ihm, so gut bin ich ja noch nie gefahren :-))
Am Flüela fällen wir dann auch die Entscheidung direkt heim zu fahren.


und nun die Weiterfahrt - rein in den Schnee....


Eine Übernachtung lohnt nicht mehr, wenn man am nächsten Tag nichts mehr vorhat. So nutzen wir das letzte Tageslicht um über dem Wolfgangpass Landquist zu erreichen. Ein paar Kilometer vorher machen wir noch einmal Halt um uns mit Kakao und Suppe auf zu wärmen.

Als wir auf der Autobahn waren war es schon dunkel, und wir hatten noch gute dreihundert Kilometer vor uns. Kurz nach Mitternacht waren wir dann durchgefroren daheim. Aber wir hatten den Alpen Tschüs gesagt, und obwohl wir am nächsten Tag beide eine Erkältung hatten, sind wir schon am überlegen wohin es im nächsten Jahr geht :-))